Am offenen Herzen - Nacht der 10.000 Lichter

Dieser Abend wird sicherlich in die Geschichte der Stadt eingehen, denn so viele auswärtige Besucher hat die Stadt mit ihrer über 1200-jährigen Tradition wohl noch nie in ihren Mauern beheimatet.

Am offenen Herzen - Nacht der 10.000 LichterDie „Nacht der 10.000 Lichter“ – als Höhepunkt und Abschluss der Videokunstausstellung „Adelsheim leuchtet“ lockte über 5.000 Besucher aus der ganzen Republik und sogar aus dem benachbarten Ausland an. In einer herrlich lauen Sommernacht, die ja in diesem Sommer ziemlich rar waren, konnte man überall zufriedene Gesichter sehen, allen voran Louis von Adelsheim, der Organisator des mittlerweile fest im Veranstaltungskalender der Stadt etablierten Kunstevents rund um die Adelsheimer Schlösser. Nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit und einer sechs Wochenenden andauernden Ausstellung waren in der Abschlussnacht allein noch einmal rund 1200 Besucher in den Schlosspark geströmt, um die Illuminationen, Installationen und Projektionen des Videokünstlers zu bestaunen. Lange Schlangen bildeten sich unterdessen am Kassenhäuschen, so dass Wartezeiten von fast einer Stunde in Kauf genommen werden mussten, bis man Eintritt in die diesjährige Ausstellung „Am offenen Herzen“ erhielt.

Auch in diesem Jahr wurden wieder rund 50 Videobeamer in der Stadt und im Park installiert. In den letzten Wochen tasteten sich die Installationen und Projektionen, an das Wort Herz und seine vielen Bedeutungen heran. Nicht nur die Videoleinwände und die Spiegelinstallation sowie die „Herzoperation“ und die Installation „Kammerflimmern“ in den Kellergewölben des Schlosses  waren wieder Besuchermagnete, auch der Tanzberg, der in diesem Jahr erstmals in die Ausstellung mit einbezogen wurde, platzte sprichwörtlich aus allen Nähten. Zum Abschluss des Rundgangs konnten sich die Besucher in der Oberschlossbar oder an einer der vielen Bewirtungsstationen in der Stadt stärken. Ein buntes und abwechslungsreiches kulturelles Programm mit vielen erstklassigen Künstlern, die von Schlager, Pop, Rock bis hin zu Klassik auch Theater, Kabarett und Kleinkunst boten, rundete den diesjährigen Kunstsommer ab.

Die Geschäftswelt hielt ihre Ladengeschäfte in der Abschlussnacht bis kurz vor Mitternacht geöffnet und an zahlreichen Plätzen gab es kulinarische Köstlichkeiten. Mit Einbruch der Dunkelheit herrschte reges Treiben in den Gassen der historischen Altstadt. Das Klicken von Stabfeuerzeugen glich einem wahren Konzert bis die 10.000 Teelichter und Kerzen im Stadtgebiet und im Stadtpark alle angezündet waren. Die Bürger und viele Dutzend Ehrenamtliche tauchten das Baulandstädtchen in romantisches Kerzenlicht. Der Kreativität waren hierbei keine Grenzen gesetzt.

Um Mitternacht versammelten sich die rund 5.000 Menschen vor der Stadtkirche zum großen Finale und der anschließenden „B-two-nine-two-Party“ auf der für den Verkehr gesperrten Bundesstraße.

Nach den verhallten Glockenschlägen um Mitternacht legte sich ein sanfter Klangteppich über die Stadt bevor die beste Installation des Abends gekürt wurde. Baron Louis von Adelsheim, Landrat Dr. Achim Brötel, Michael Eberhard von der Jury und der Bürgermeister überreichten den „Lichtblick 2009“ an Silke und Frank Bopp für die ideenreichste Installation des Abends. Alljährlich wird ein Künstler der Region mit der Fertigung des „Lichtblicks“ beauftragt, in diesem Jahr war es Achim Hylla aus Hopfengarten.

Der abschließende Dank aller Verantwortlichen ging an die über 80 ehrenamtlichen Helfer des Vereins „Adelsheim leuchtet“, die vielen Vereine, die das Projekt unterstützen und den Erlös ihrer Verkaufsstände dem Verein zugute kommen lassen und nicht zuletzt der Bevölkerung der Stadt, die hinter „ihrem Baron“ stehen und das große Gemeinschaftsprojekt „Adelsheim leuchtet“ mit tragen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil war noch einmal das Schweizer Musiktheater „Plisse“ auf der Rathausbühne zu hören und bei der „B two nine two“-Party wurde bis weit nach Mitternacht auf der Bundesstraße getanzt und gefeiert. Zu fortgeschrittener Stunde spielte Wolfgang Ellenberger mit dem Piano auf der Marktstraße. Louis von Adelsheim zeigte sich im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung mit dem Verlauf des Kunstsommers sehr zufrieden. Besonders stolz war er auf die Abschlussnacht, die Schweizer Nacht, bei der sich die Stadt ganz im Stil der Alpenrepublik präsentierte. War es doch eine Hommage an die Schweiz, wo auch die Wurzeln des Hauses Adelsheim zu finden sind und wo der 1. August Nationalfeiertag ist. An sämtlichen Gebäuden in der Marktstraße und im Stadtgebiet wehten Originalfahnen von verschiedenen Städten und Kantonen, die extra aus der Schweiz geholt wurden. Auch das kulinarische Angebot war gänzlich auf die benachbarte Schweiz abgestimmt.