Stadt Adelsheim

Neues Buch von Albert Rückert vorgestellt

„Die Adelsheimer Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Neuzeit“ lautet der Titel des neuesten Buches von Heimatautor Albert Rückert, das dieser Tage in kleinem Kreis im Rathaus vorgestellt wurde und ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich ist. „Mit diesem Werk schließt sich der Kreis meiner Vorgänger-Bücher, die Adelsheimer Marktstraße und ihre Menschen und Adelsheim Früher und Heute. Das Buch, ein Nachschlagewerk, dokumentiert mit vielen Daten in chronologischer Reihenfolge die Stadtentwicklung, auch unter Einbeziehung der Stadtteile Sennfeld und Leibenstadt“, so Rückert.

Von der ersten Idee bis zum Tag der Veröffentlichung sind schon einige Jahre ins Land gegangen, so Albert Rückert im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung, deshalb sei er froh, dass er heute das Buch der Öffentlichkeit vorstellen kann, denn er hat diesem Termin schon lange entgegengefiebert. Verzögerungen gab es bei der Vergabe des Druckes, weil durch die vorherrschende Papierknappheit die Preisanstiege enorm waren, dennoch habe er einen Verlag gefunden, der das Werk zu einem moderaten Preis herstellen konnte.

„Es sollte ein Nachschlagewerk entstehen und gleichzeitig auch ein Zeitdokument für nachfolgende Generationen. Mein Bestreben war es, die Stadtgeschichte von den Anfängen über das ehemals Reichsritterliche Adelsheim und den späteren über 100-jährigen Sitz eines Bezirksamtsstädtchens chronologisch darzustellen. Verbunden mit weltpolitischen Entscheidungen und Umwälzungen, deren Nachwirkungen bis in die kleinste Kommune wirkten. Vorrangig war mein Bestreben, dieses Buch nicht zu einer trockenen Angelegenheit werden zu lassen, sondern den Leser mit vielen kleinen Anekdoten, Geschichte und Geschichten auch zum Schmunzeln zu bringen. Natürlich dürfen in dem Werk verdiente Persönlichkeiten wie die Freiherren von Adelsheim und Adelsheimer Urgesteine wie etwa der „Jolly“, Gemeindediener Wilhelm Schmidt (genannt „Meggele“) oder aber Heimatforscher Gottlieb Graef nicht fehlen. Wie schnell die Zeit vergeht ist kaum zu glauben und die 1200-Jahr-Feier der Stadt liegt nunmehr auch schon wieder mehr als vier Jahrzehnte zurück und ist ebenfalls ein Teil dieser Dokumentation“, so der Autor.

Einer der Schwerpunkte im Buch ist sicherlich die Umgestaltung der Marktstraße, wobei besonders die abgerissenen Häuser wehmütige Erinnerungen hervorrufen dürften. Auch Bilder vom Stadtkern um 1900 dokumentieren die Entwicklung der Stadt bis heute. Dabei finden 700 Jahre Leibenstadt und 900 Jahre Sennfeld die heutigen Stadtteile, mit vielen Bildern ihren gebührenden Platz in diesem Buch. Ihre Eingemeindung zählte zu den historischen Momenten in der Adelsheimer Stadtgeschichte. Schon beim ersten Durchblättern des Buches fällt auf, dass die Beiträge aus den Stadtteilen gesondert gekennzeichnet sind. Auch die erste Erwähnung von Hergenstadt im Jahr 1469 ist in Wort und Bild beschrieben, ebenso die Entstehung der Kirchen, Schlösser und der Stadtmühle. Krankenhaus, Amtsgericht, Bahnhöfe, Schulen, Kindergärten, das Heimatmuseum und das Freibad dürfen bei der Aufzählung ebenso wenig fehlen, wie die Jugendvollzugsanstalt, örtliche Einrichtungen, Vereine und Festlichkeiten.

Es wird vom städtischen Leben berichtet und lebhaft erzählt Albert Rückert als Zeitzeuge davon, dass es um 1956 mehrere Ärzte, Zahnärzte, einen Tierarzt, Architekten, Autohäuser, fünf Bäckereien, vier Metzgereien, neun Kolonialwarenläden, acht Gastwirtschaften, ein Café und ein Hotel gab. Hinzu kamen zwei Gärtnereien, zwei Schuhgeschäfte, Textilgeschäfte und Handwerker wie Sattler, Schmiede, Küfer, Schuhmacher, Schreiner, Friseure und vieles mehr.

Das Buch ist in chronologischer Reihenfolge aufgebaut, sehr übersichtlich gestaltet und zwischendurch finden sich neben der Geschichte immer wieder kurzweilige Geschichten und Anektdoten. Im Anhang befindet sich ein großer bebilderter Teil mit vielen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, die einen lebendigen Eindruck über den Wandel der Stadt dokumentieren und sicherlich nicht für die alten Adelsheimer, sondern auch für die vielen Neubürger der Stadt interessant sein dürften.

Am Ende der Buchvorstellung dankte Rückert seiner Familie für die Unterstützung, Günter Wörner, dem Kustos des Bauländer Heimatmuseums, sowie Petra Berger von der Stadtbücherei für das Lektorat.

Rueckert1Bürgermeister Wolfram Bernhardt gratulierte dem Autor zum gelungenen Werk, das aufgrund der derzeitigen Situation leider nur in kleinem Rahmen vorgestellt werden konnte. Das Stadtoberhaupt zeigte sich beeindruckt, wie viel Adelsheimer Geschichte zwischen zwei Buchdeckel passt, ohne dabei Wesentliches zu vergessen. Und das Gute daran ist, man könne das Gesamtwerk noch mit eigener Muskelkraft heben. Insofern erscheint es auch logisch, dass das eine oder andere Detail ausgespart werden musste und vieles, was noch Wert gewesen wäre, zu berichten, geopfert werden musste. Dieses Nachschlagewerk gebe einen chronologisch geordneten Überblick über die Ereignisse der Stadt und nimmt auch Personen und Geschichten in den Blick, welche die Geschichte und die Identität der Stadt geformt haben. Wenn man das Buch in der Hand hat, bekommt man einfach Lust weiterzublättern, so Bernhardt, der sich schon heute darauf freut, wenn nach Corona vielleicht die eine oder andere Lesung mit Albert Rückert etwa im Gewölbekeller des Alten Rathauses stattfinden kann.

 

Info

Rueckert2„Die Adelsheimer Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Neuzeit“, Autor: Albert Rückert. 378 Seiten, über 240 s/w- und Farbfotos, Preis 28 Euro. Erhältlich ab 4. Dezember bei Spielwaren Friedlein und Schreibwaren Hohmann.

Bericht und Fotos: Jörg Zimmermann