Kunst, Kultur und französischer Lebensstil

2015 | Eine Reisegruppe aus Adelsheim besuchte die französische Partnergemeinde Berchères-sur-Vesgre und erlebte dort ein schönes Wochenende.

Noch vor Sonnenaufgang war der Bus mit der 23-köpfigen Reisegruppe freitagmorgens in Richtung Frankreich gestartet. Während der Busfahrt nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, Vokabeln aufzufrischen, zu lesen und vorzuschlafen. Denn dass es abends spät wird, war bereits im Vorfeld klar. Auf der Anreise nach Berchères konnte man auch schon in aller Ruhe die ersten Blicke auf Paris werfen.

Pünktlich wie die Maurer kam die Adelsheimer Équipe schließlich am späten Nachmittag in der60 km westlich von Paris gelegenen Partnergemeinde an. Am Rathaus hießen Bürgermeister Pascal Philippot und der Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins Jean-Paul Andrieux und sein Empfangskomitee die Gäste aus Adelsheim herzlich willkommen.

Nach einem Erfrischungsgetränk und süßem Gebäck bezogen die Teilnehmer die Privatquartiere und verbrachten den Abend mit ihren Gastgebern.

Am Samstagmorgen eröffneten Jean-Paul Andrieux, Bürgermeister Klaus Gramlich, sein französischer Amtskollege und der Künstler Claude Mellet eine Ausstellung von Kunstschaffenden aus Berchères. Claude Mellet, der vielen Adelsheimern aufgrund seiner Ausstellung bekannt ist, die er im Herbst 2014 im Adelsheimer Rathaus zeigte, versammelte mehrere einheimische Künstler um sich. Gezeigt wurden Skulpturen, Handwerk, Fotografie und Malerei. Dabei wurde in erster Linie das Auge verwöhnt, aber eben auch einmal mehr der Magen.

Claude Mellet und Bgm. Klaus Gramlich bei der Eröffnung der Kunstausstellung.

Claude Mellet und Bgm. Klaus Gramlich bei der Eröffnung der Kunstausstellung.

Anschließend besuchten die deutschen Gäste zusammen mit ihren französischen Gastgebern das tags zuvor neu eröffnete Restaurant „Le Brie qui court“, wo sie ein mehrgängiges Menü genießen durften. Zwischen den Gängen blieb viel Zeit für Unterhaltungen und es war ein Sprachengewirr aus Französisch, Deutsch und Englisch zu vernehmen.

Das nächste Ausflugsziel war das Schloss von Maintenon. Das Wasserschloss besticht durch prächtige Innenräume im Stile des 17 Jahrhunderts und einen wunderschönen Schlosspark im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Bekannt wurde das Schloss durch Madame de Maintenon (1635 – 1719), die Mätresse und heimliche Ehefrau des Sonnenkönigs Ludwig XIV.

Die französischen Gastgeber mit ihren deutschen Gästen vor dem Aquädukt im Park von Schloss Maintenon.

Die französischen Gastgeber mit ihren deutschen Gästen vor dem Aquädukt im Park von Schloss Maintenon.

Nach dem Besuch des Schlosses Maintenon führte der Weg nach Chartres, wo man gemeinsam beim Abendessen die bisherigen Eindrücke der Begegnung austauschte.

Nach Einbruch der Dunkelheit stand der Besuch von „Chartres en lumières“ auf dem Programm. „Chartres in Lichtern“ ist sozusagen das französische Pendant zu „Adelsheim leuchtet“, wenngleich es in Adelsheim keine Wolkenkratzer gibt. Auf die 113 m hohe Fassade der gotischen Kathedrale von Chartres wurden bezaubernde computergestützte Animationen projiziert. An vielen weiteren Stellen im mittelalterlichen Zentrum der Präfekturhauptstadt leuchtete es ebenfalls wunderschön.

Chartres en lumières.

Chartres en lumières.

Die freie Zeit am Sonntagmorgen nutzte der eine Teil der Reiseteilnehmer, um auf dem Wochenmarkt im benachbarten Ézy-sur-Eure Souvenirs zu erwerben und der andere Teil, um das Schloss in Anet zu besuchen.

Zur Mittagszeit hieß es leider „Adieu“ zu sagen. Mit Umarmungen, französischen Wangenküssen und der Vorfreude auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch verabschiedete man sich voneinander. Für das Frühjahr 2016 ist es vorgesehen, dass die französischen Freunde in Adelsheim zu Gast sein werden.

Auf dem Heimweg legte man noch einen Zwischenstopp in der französischen Hauptstadt. Am Eiffelturm konnte man den typischen Pariser Flair spüren – Touristen aus aller Herren Länder, Souvenirverkäufer, La Seine, Crêpes, … – und am Place de la Concorde bestand ein letztes Mal Gelegenheit, Paris zu Fuß kennen zu lernen.

Gruppenfoto am Place de la Concorde.

Gruppenfoto am Place de la Concorde.

Welch positive Erfahrungen die Adelsheimer Reiseteilnehmer in Frankreich gesammelt hatten zeigte sich auch auf der Heimfahrt, als im Bus viele schöne Geschichten und Anekdoten ausgetauscht wurden. Als Fazit der Reise hielt Bürgermeister Klaus Gramlich fest, dass die Begegnung der beiden verschwisterten Gemeinden einen weiteren Meilenstein in der noch jungen Städtepartnerschaft darstellt. Bei den zahlreichen Begegnungen wurden bestehende freundschaftliche Kontakte vertieft sowie neu geknüpft.